Zwei Azubitage zum Thema „Begleiten statt allein lassen“ – Lernen für eine würdevolle Abschieds-kultur
Am 19. und 20. Februar 2026 stand unsere Azubizeit ganz im Zeichen der Sterbebegleitung. Als freigestellte Praxisanleiterinnen ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere Auszubildenden fachlich sicher und zugleich menschlich sensibel auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorzubereiten.
Am 19.02.2026 beschäftigten wir uns intensiv mit dem Kompetenzbereich I.3 – Sterbebegleitung. Grundlage bildeten unsere hausinternen Leitlinien zur Palliativversorgung sowie die Standards zur Palliativversorgung, Sterbebegleitung und Abschiedskultur. Neben pflegefachlichem Wissen zu palliativen Grundlagen und zum Sterbeprozess ging es vor allem um die Entwicklung einer professionellen Haltung. Wir reflektierten eigene Erfahrungen mit Trauer, besprachen belastende Situationen aus dem Pflegealltag und betrachteten gemeinsam, wie eine bewohnerorientierte, evidenzbasierte Begleitung am Lebensende gelingen kann. Die Auszubildenden zeigten dabei Offenheit, Ernsthaftigkeit und den Wunsch, Verantwortung zu übernehmen.
Am 20.02.2026 vertieften wir diese Inhalte im Rahmen einer Exkursion zum Bestattungsinstitut Wilke. Herr Wilke gewährte uns einen umfassenden Einblick in das Berufsbild des Bestatters und erläuterte sensibel die Abläufe nach einem Sterbefall – von der ersten Kontaktaufnahme mit den Angehörigen bis zur Gestaltung einer würdevollen Abschiedsfeier.
Besonders eindrucksvoll war für unsere Auszubildenden die Besichtigung der Ausstellungsräume sowie der Hygiene- und Kühlbereich. Viele Fragen entstanden, etwa zur Gesprächsführung mit trauernden Familien oder zum professionellen Umgang mit eigener emotionaler Belastung.
Diese zwei zusammenhängenden Tage haben Theorie und Praxis auf besondere Weise verbunden. Unsere Auszubildenden erweiterten nicht nur ihre fachliche Kompetenz, sondern stärkten auch ihre personale und soziale Kompetenz.
Eine würdevolle Sterbebegleitung und eine gelebte Abschiedskultur sind zentrale Qualitätsmerkmale unserer Einrichtungen und ein wichtiger Beitrag zur vertrauensvollen Begleitung von Bewohnerinnen, Bewohnern und ihren Angehörigen in einer sensiblen Lebensphase.

